Benzol

Strukturformel von Benzol

Synonyme: Benzene, Benzen, Benzin, Benzine, Benzolo, Fenzen, NCI-C55276, Phene, [6]Annulene
CAS-Nummer: 71-43-2
Chemische Formel: C6H6
Molare Masse: 78.11 g/mol
Aussehen: Farblose Flüssigkeit mit charakteristischem Geruch
Aggregatzustand: Flüssig
Dichte: 0.88 g/cm³ (20 °C)
Schmelzpunkt: 6 °C
Siedepunkt: 80 °C
Löslichkeit in Wasser: Schlecht (1.77 g/l)
Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln: Löslich
Säure (pKa): 43 (pKa der konjugierten Säure in Wasser)
Brechungsindex (nD): 1.5011 (20 °C)
Molekulare Form: Planar
Dipolmoment: 0 D (kein permanentes Dipolmoment)
H- und P-Sätze: H225 - H304 - H315 - H319 - H340 - H350 - H372 - H412; P201 - P210 - P273 - P301+330+331 - P302+352 - P308+313
Toxikologische Daten: LD50 (oral, Ratte) = 930 mg/kg; LD50 (dermal, Kaninchen) = >2000 mg/kg

Inhalt

Benzol, auch bekannt als Benzen, ist eine chemische Verbindung aus der Stoffgruppe der Kohlenwasserstoffe. Es handelt sich um eine aromatische Verbindung mit der Summenformel C6H6, wobei die sechs Kohlenstoffatome einen planaren Ring (Benzolring) mit sechs delokalisierten Elektronen bilden. Benzol ist die Stammverbindung der aromatischen Kohlenwasserstoffe. Die farblose Flüssigkeit riecht charakteristisch süßlich-aromatisch, ist leicht entzündlich und brennt mit einer stark rußenden Flamme. Es ist unpolar und mischt sich mit vielen organischen Lösungsmitteln, aber kaum mit Wasser.

Geschichte von Benzol

Die wissenschaftliche Diskussion um die Struktur des Benzols spielte eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Theorie der organischen Chemie. Industriell fällt Benzol bei der Koksproduktion für die Stahlindustrie an. Seit den 1950er-Jahren erfolgt die Benzolproduktion überwiegend auf Erdölbasis in Raffinerie- und petrochemischen Prozessen wie dem Steamcracken und dem katalytischen Reforming als Nebenprodukt der Benzin-, Ethylen- und Xylolherstellung. Daneben gibt es gezielte industrielle Herstellungswege für Benzol wie die Dealkylierung und Transalkylierung von Toluol.

Eigenschaften von Benzol

Benzol ist eine farblose Flüssigkeit mit einem charakteristischen Geruch. Es hat eine Dichte von 0,88 g/cm³ bei 20 °C und einen Schmelzpunkt von 6 °C. Der Siedepunkt von Benzol liegt bei 80 °C. Benzol ist schlecht löslich in Wasser (1,77 g/l), aber löslich in vielen organischen Lösungsmitteln.

Benzol ist ein aromatischer Kohlenwasserstoff mit der Summenformel C6H6. Es hat eine molare Masse von 78,11 g/mol. Die Struktur von Benzol besteht aus einem planaren Ring (Benzolring) mit sechs delokalisierten Elektronen.

Verwendung von Benzol

Benzol ist ein wichtiges Zwischenprodukt für die petrochemische Industrie, der globale Bedarf lag 2019 bei etwa 50 Millionen Tonnen. Durch Additions-, Substitutions- und Oxidationsreaktionen wird es zu zahlreichen Folgeprodukten umgesetzt. Seine Derivate wie Ethylbenzol, Cumol, Cyclohexan, ortho- und para-Xylol, Chlorbenzol, Benzolsulfonsäure, Nitrobenzol und Oxidationsprodukte wie Maleinsäureanhydrid werden zu vielfältigen Zwischenprodukten für Farbstoffe, Arzneistoffe, Sprengstoffe, Reinigungsmittel, Insektizide und Kunststoffe für verschiedene Industrien weiterverarbeitet. Weiterhin ist es in Motorenbenzin enthalten, wobei der Gehalt in den meisten Ländern begrenzt ist.

Risiken von Benzol

Trotz seiner vielen Anwendungen ist Benzol nicht ohne Risiken. Es kann gesundheitsschädlich sein, wenn es eingeatmet oder verschluckt wird. Benzol kann auch Haut- und Augenreizungen verursachen. Es ist wichtig, beim Umgang mit Benzol geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Insgesamt ist Benzol eine wichtige chemische Verbindung mit vielen Anwendungen in der Industrie und im täglichen Leben. Es ist wichtig, beim Umgang mit Benzol sorgfältig vorzugehen und die möglichen Risiken zu beachten.

Benzol im Weltraum

Benzol ist ein häufig vorkommendes Molekül im interstellaren Medium. Ein möglicher Bildungsweg verläuft über die strahlenchemische Umwandlung von Propargylalkohol. Dieses zerfällt bei Bestrahlung in Propragylradikale des Typs C3H3, die eine Vorstufe für die Bildung von Benzol darstellen.

Umweltbundesamt

Laut dem Umweltbundesamt ist Benzol krebserregend und im Benzin für Kraftfahrzeuge enthalten. Sobald man den eigenen Tank befüllt, hat man mit dieser gefährlichen Substanz Kontakt, die aus Tanks verdunstet. Das Entweichen von Benzol beim Tanken wurde in den letzten Jahren durch die “Gaspendelung” gelöst. Der Hauptanteil der Belastung geht jedoch auf den Straßenverkehr zurück. Benzol ist Bestandteil der entweichenden Abgase aus dem Auspuff.

Gesundheitsrisiken

Bei langfristiger Aufnahme führt Benzol zu Schädigungen der inneren Organe und des Knochenmarkes. Aber auch geringe Konzentrationen sind nicht unbedenklich, da dieser Stoff, bzw. dessen Abbauprodukt, im menschlichen Körper Krebs erzeugen kann.

Grenzwerte

Für Benzol gilt seit dem 1. Januar 2010 europaweit ein Grenzwert für den Schutz der menschlichen Gesundheit. 5 µg/m³ dürfen im Jahresmittel nicht überschritten werden.

Insgesamt ist Benzol eine wichtige chemische Verbindung mit vielen Anwendungen in der Industrie und im täglichen Leben. Es ist wichtig, beim Umgang mit Benzol sorgfältig vorzugehen und die möglichen Risiken zu beachten.

Zusammenfassung

Benzol ist eine wichtige chemische Verbindung mit vielen Anwendungen in der Industrie und im täglichen Leben. Es wird zur Herstellung von vielen verschiedenen Chemikalien verwendet und kann auch als Lösungsmittel, Brennstoffzusatz und in der Kosmetikindustrie eingesetzt werden. Trotz seiner vielen Anwendungen ist Benzol nicht ohne Risiken und es ist wichtig, beim Umgang mit Benzol sorgfältig vorzugehen und die möglichen Risiken zu beachten.

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Weitere Chemikalien

Strukturformel von Bariumhydroxid

Bariumhydroxid (Ba(OH)2)

Synonyme: Barytlauge, Barium(II) hydroxide
CAS-Nummer: 22326-55-2 (Octahydrat)
Chemische Formel: Ba(OH)2
Molare Masse: 171,34 g/mol (Octahydrat)
Aussehen: weißes Pulver (Octahydrat)
Aggregatzustand: fest bei Raumtemperatur (Octahydrat)
Schmelzpunkt: Zersetzung bei Erhitzung (Octahydrat)
Löslichkeit in Wasser: gut löslich in Wasser (Octahydrat)
Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln: unlöslich in organischen Lösungsmitteln
pKa: ca. 2 (Konjugierte Säure: Barium(II)ion, Ba2+)
H- und P-Sätze: H: 302, 314, P: 280, 305+351+338, 309, 310, 330

Strukturformel von Pyridin

Pyridin

Synonyme: Azabenzol
CAS-Nummer: 110-86-1
Chemische Formel: C5H5N
Molare Masse: 79.10 g/mol
Aussehen: Farblose Flüssigkeit mit charakteristischem Geruch
Aggregatzustand: flüssig
Dichte: 0.9819 g/cm³ (20 °C)
Schmelzpunkt: -41.6 °C
Siedepunkt: 115.2 °C
Löslichkeit in Wasser: Mischbar in allen Verhältnissen
Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln: Löslich
Säure (pKa): ~5.2 (pKa von Pyridiniumion)
Brechungsindex (nD): 1.5095 (20 °C)
Molekulare Form: Aromatisch
Dipolmoment: 2.19 D (gas)
H- und P-Sätze: H225, H301+H311+H331, H370, H372, H373, P210, P260, P273, P280, P301+P310, P301+P330+P331, P303+P361+P353, P304+P340, P305+P351+P338, P308+P313
Toxikologische Daten: LD50 (oral, Ratte) = 891 mg/kg; LD50 (dermal, Kaninchen) = 1280 mg/kg

Strukturformel von Toluol

Toluol

Synonyme: Toluene, Methylbenzene, Phenylmethan, Anisen, Toluen
CAS-Nummer: 108-88-3
Chemische Formel: C7H8
Molare Masse: 92.14 g/mol
Aussehen: Farblose Flüssigkeit
Aggregatzustand: flüssig
Dichte: 0.87 g/cm³ (20 °C)
Schmelzpunkt: −95 °C
Siedepunkt: 110.6 °C

Löslichkeit in Wasser: Unlöslich
Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln: Löslich
Säure (pKa): 40 (pKa der konjugierten Säure in DMSO)
Brechungsindex (nD): 1.4969 (20 °C)
Molekulare Form: linear
Dipolmoment: 0.36 D (gas)
H- und P-Sätze: H225 – H304 – H315 – H336 – H361d – H373; P210 – P233 – P240 – P241 – P242 – P243 – P261 – P264 – P271 – P280 – P301 + P310 + P331 – P303 + P361 + P353 – P304 + P340 + P312 – P308 + P313
Toxikologische Daten: LD50 (oral, Ratte) = 636 mg/kg; LD50 (dermal, Kaninchen) = >2000 mg/kg

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