Salzsäure

Strukturformel von Salzsäure

Synonyme: Chlorwasserstoffsäure, Acidum hydrochloricum, E 507
CAS-Nummer: 7647-01-0
Chemische Formel: HCl
Molare Masse: 36,46 g/mol
Aussehen: farblose, durch Verunreinigungen oft gelbliche, stechend riechende Flüssigkeit
Aggregatzustand: flüssig
Dichte: 1,19 g/cm³ (37-prozentige Lösung)
Schmelzpunkt: −30 °C (37-prozentige Lösung)
Löslichkeit in Wasser: vollständig mischbar mit Wasser
Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln: unlöslich
Säure (pKa): -6,2
H- und P-Sätze: H: 290 - 314 - 335; P: 280 - 303+361+353 - 305+351+338+310

Inhalt

Salzsäure, auch bekannt als Chlorwasserstoffsäure, ist eine wässrige Lösung von gasförmigem Chlorwasserstoff (HCl), der in Oxonium- und Chloridionen protolysiert ist. Sie ist eine starke, anorganische Säure und zählt zu den Mineralsäuren. Ihre Salze heißen Chloride, das bekannteste ist das Natriumchlorid (NaCl, Kochsalz).

Geschichte von Salzsäure

Salzsäure wurde erstmals von Pseudo-Geber im 13. Jahrhundert beschrieben. Er beschrieb eine Reaktion von Quecksilber nach Erhitzen mit Kochsalz und Alaun oder Eisensulfat, wobei sich durch Reaktion mit Salzsäure feine weiße Nadeln von Quecksilberchlorid bildeten. Ihm und mittelalterlichen Alchemisten war auch Königswasser bekannt, das durch Zugabe von Salmiak (Ammoniumchlorid) oder Kochsalz zu Salpetersäure erzeugt wurde.

Verwendung von Salzsäure

Salzsäure ist ein wichtiges Ausgangsprodukt für die Herstellung von vielen verschiedenen Chemikalien. Es wird zur Herstellung von Chloriden, Vinylchlorid (für PVC), Polyurethanen und vielen anderen Chemikalien verwendet.

Synthesechemie

Salzsäure ist ein wichtiger Bestandteil in der Synthesechemie. Es wird häufig als Reagenz eingesetzt, um chemische Reaktionen durchzuführen und neue Verbindungen herzustellen. Salzsäure kann auch als Katalysator eingesetzt werden, um die Geschwindigkeit von chemischen Reaktionen zu erhöhen.

Salzsäure wird auch in der organischen Synthese eingesetzt, um verschiedene Verbindungen herzustellen. Es kann beispielsweise zur Herstellung von Estern, Amiden und anderen Verbindungen verwendet werden. Salzsäure kann auch zur Hydrolyse von Estern und Amiden eingesetzt werden, um die entsprechenden Carbonsäuren und Alkohole bzw. Amine zu erhalten.

In der anorganischen Synthese wird Salzsäure häufig zur Herstellung von Chloriden verwendet. Es kann beispielsweise mit Metallen oder Metalloxiden reagieren, um die entsprechenden Chloride zu bilden. Salzsäure kann auch zur Herstellung von anderen anorganischen Verbindungen wie Sulfaten, Nitrate und Phosphate verwendet werden.

Industrie

In der Industrie wird Salzsäure häufig als Reinigungsmittel eingesetzt. Es löst viele verschiedene Substanzen auf und wird daher oft zur Reinigung von Oberflächen eingesetzt.

Landwirtschaft

In der Landwirtschaft wird Salzsäure häufig als Düngemittel eingesetzt. Es hilft dabei, den pH-Wert des Bodens zu regulieren und die Aufnahme von Nährstoffen durch die Pflanzen zu verbessern.

Medizin

In der Medizin wird Salzsäure häufig als Bestandteil von Magensäften eingesetzt. Es hilft dabei, die Verdauung zu fördern und Nahrungsmittel im Magen aufzuspalten.

Lebensmittelindustrie

In der Lebensmittelindustrie wird Salzsäure häufig als Konservierungsmittel eingesetzt. Es hilft dabei, die Haltbarkeit von Lebensmitteln zu verlängern und das Wachstum von Bakterien und Schimmel zu hemmen.

Galvanotechnik

In der Galvanotechnik wird Salzsäure häufig als Reinigungsmittel eingesetzt.

Risiken von Salzsäure

Trotz seiner vielen Anwendungen ist Salzsäure nicht ohne Risiken. Es kann gesundheitsschädlich sein, wenn es eingeatmet oder verschluckt wird. Salzsäure kann auch Haut- und Augenreizungen verursachen. Es ist wichtig, beim Umgang mit Salzsäure geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Insgesamt ist Salzsäure eine wichtige chemische Verbindung mit vielen Anwendungen in der Industrie und im täglichen Leben. Es ist wichtig, beim Umgang mit Salzsäure sorgfältig vorzugehen und die möglichen Risiken zu beachten.

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Weitere Chemikalien

Ionische Strukturformel von Calciumcarbonat

Calciumcarbonat

Synonyme: Calciumcarbonat, Kalziumkarbonat, kohlensaurer Kalk, Kreide, E 170
CAS-Nummer: 471-34-1 (wasserfrei), 13397-26-7 (Calcit)
Chemische Formel: CaCO3
Molare Masse: 100,09 g/mol
Aussehen: weißer, kristalliner und geruchloser Feststoff
Aggregatzustand: fest
Dichte: 2,71 g/cm³ (Calcit), 2,93 g/cm³ (Aragonit)
Schmelzpunkt: >825 °C (Zersetzung)
Löslichkeit in Wasser: praktisch unlöslich in Wasser (14 mg/l bei 20 °C)
Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln: unlöslich
Toxikologische Daten: 6450 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)

Strukturformel von Kaliumpermanganat

Kaliumpermanganat (KMnO4)

Synonyme: Kaliummanganat(VII), Condy’s Kristalle
CAS-Nummer: 7722-64-7
Chemische Formel: KMnO4
Molare Masse: 158,04 g/mol
Aussehen: tiefviolettes bis schwarzes Kristallpulver
Aggregatzustand: fest
Dichte: 2,70 g/cm³ (bei 20 °C)
Schmelzpunkt: 240 °C (Zersetzung)
Siedepunkt: Zersetzung oberhalb von 380 °C
Löslichkeit in Wasser: gut in Wasser löslich (64 g/100 ml bei 20 °C)
Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln: unlöslich
H- und P-Sätze: H272. H314. P220. P280. P305+P351+P338. P310
Toxikologische Daten: LD50: 890 mg/kg (Ratte, oral)

Strukturformel von NO3

Salpetersäure (HNO3)

Synonyme: Wasserstoffnitrat
CAS-Nummer: 7697-37-2
Chemische Formel: HNO3
Molare Masse: 63,01 g/mol
Aussehen: farblose Flüssigkeit
Aggregatzustand: flüssig
Dichte: ca. 1,51 g/cm³
Siedepunkt: 83 °C (Verdampfung)
Löslichkeit in Wasser: mischbar mit Wasser
Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln: unzersetzt schwer löslich in organischen Lösungsmitteln
Säure (pKa): starke Säure
H- und P-Sätze: H: 272 – 314, P: 260-280-305+351+338

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